Was ist ein Hygrometer?

Mit Ausnahme der Temperatur sorgt kaum ein von Meteorologen gemessener Wert für derart viel Diskussionsstoff wie die Luftfeuchtigkeit. Sie beschert bedrückende Schwüle in den Tropen, ist ständiger Reizpunkt geopolitischer Klima-Debatten und beschert Hausbesitzern hartnäckigen Schimmel, sofern diese der Feuchtigkeit in den eigenen vier Wänden nicht entgegen wirken. Eine Kontrolle der Luftfeuchtigkeit ist daher in zahlreichen Situationen essentiell, ob auf globaler oder individueller Ebene. Für eine optimale Regulierung bedarf es jedoch eines Messgeräts ähnlich einem Thermometer bei der Messung der Temperatur, mithilfe dessen sich die Luftfeuchtigkeit ermitteln lässt. Für die Bestimmung der Feuchtigkeit in der Luft wird im Regelfall ein Hygrometer genutzt. Doch worum handelt es sich dabei genau? Dieser Artikel setzt sich folglich mit den Eigenschaften der Hygrometer auseinander und erläutert zudem deren Funktionsweise.

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Großer Variantenreichtum an geschickten Messtechniken

Klassische Modelle früherer Jahre verfügen über Zeiger, Moderne wiederum sind mit einer digitalen Anzeige bestückt. Beide Methoden zeigen dem Nutzer des Hygrometers auf einen Blick den aktuellen Feuchtigkeitsgrad an. Dabei existieren verschiedene Messverfahren, die sich wesentlich voneinander unterscheiden. Nachfolgend wird der Fokus auf

  • Absorptionshygrometer
  • Psychrometer
  • Taupunktspiegelhygrometer sowie
  • Chemische Hygrometer

gelegt, womit allerdings nur ein geringer Teil der potenziellen Messverfahren abgedeckt ist.

Fasern und Haare als Messinstrumente

Zunächst sei der Fokus auf die Absorptionshygrometer gerichtet. Analoge Hygrometer messen die Feuchte über menschliche oder tierische Haare, synthetische Fasern oder spezielle Federn, die unmittelbaren, freien Luftzugang besitzen. Diese Messapparate reagieren auf die Feuchte in der Umgebungsluft, dehnen sich entsprechend aus oder ziehen sich zusammen und deuten somit auf die Feuchtigkeit in der Luft hin. Der mechanische Zeiger gibt entsprechend der Ausdehnung den Grad der Luftfeuchtigkeit an.

Wärmeunterschiede nach Verdunsten als Feuchtigkeitsindikatoren

Eine weitere große Gruppe an Hygrometern stellen Psychrometer dar, bei denen es sich grundsätzlich einfach nur um zwei Thermometer handelt. Der Sensor des einen Thermometers wird allerdings manipuliert und mit einem Mullstrumpf überzogen, also einem Material, das vielen von Verbänden bekannt sein dürfte. Aufgrund von Verdunstung verliert das manipulierte Thermometer dann Wärme, sodass der daraus entstehende Temperaturunterschied zwischen den beiden Thermometern das Niveau der Feuchtigkeit indiziert.

Lichtsensoren ermitteln Zeitpunkt der Kondensation

Des Weiteren existieren sogenannte Taupunktspiegelhygrometer. Bei diesen Modellen werden Spiegel herabgekühlt, sodass sich die Luftfeuchtigkeit auf die Spiegel niederschlägt. Ein Licht sowie ein Sensor ermöglichen es in diesem Zusammenhang, den Augenblick der Kondensation exakt zu bestimmen, aus dem sich wiederum die absolute Feuchte ableiten lässt.

Chemische Reaktionen indizieren Feuchtigkeitsniveau

Doch damit längst nicht genug. Gewiefte Tüftler haben sich neben den genannten Modellen auch chemische Varianten ausgedacht, bei denen sich Stoffe durch die Reaktion mit Wasser verfärben. Mithilfe einer Farbskala, die an die entstandene Färbung gehalten wird, kann dann der Grad der Feuchtigkeit identifiziert werden.

Erhebliche Preis- und Qualitätsdifferenzen

Die Preise reichen bei Standardmodellen hoch bis in höhere zweistellige Bereiche, fachspezifische Ausführungen für die berufliche Expertenanwendung kosten auch gerne schon einmal dreistellige Geldbeträge. Vorsicht ist allerdings geboten, denn viele Geräte schneiden in Vergleichstests schlecht ab. Hauptgrund dafür sind ungenaue Messwerte. Bekannte Hersteller wie TFA, Thermo und Fischer stehen hingegen für gehobenere Qualität und bieten ein breites Sortiment unterschiedlicher Hygrometer an.

Ebenso wie ein Thermometer die Temperatur messen kann, eignet sich ein Hygrometer folglich zur Ermittlung der aktuellen Luftfeuchtigkeit. Dementsprechend empfiehlt sich die Nutzung für all jene, die in den eigenen vier Wänden mit feuchter Luft und Schimmelbildung zu kämpfen haben oder aus anderen Gründen die Feuchte kontrollieren möchten, um Schäden für das Eigentum oder die Umwelt zu verhindern.